Schizophrene Jugend

Zwei Studien der vergangenen Tage offenbaren, wie gespalten die Persönlichkeiten der unter 30jährigen Internetnutzer sind. Gemäß der Initiative „Deutschland sicher im Netz“ (Artikel zur Studie hier) wissen die jungen Menschen viel über die Gefahren im Netz, also über Datensammlung, Kontenklau, Viren etc. – aber sie schützen sich nicht oder nur wenig. Das ist umso paradoxer, wenn man die Allensbachumfrage für die SRH-Hochschule Heidelberg (Artikel) betrachtet. Demnach halten die Jungen Datensammlung für eine größere Bedrohung für unsere Freiheit als den Terrorismus.

Alle Rechte: Thomas Plaßmann

Verrückt, oder? Sind die jungen Onliner wirklich schizophren oder einfach nur inkonsequent?
Vermutlich ist Ihnen Datenschutz und Internetsicherheit schlicht zu kompliziert. Wer einmal versucht hat, alle Optionen zu finden, die Facebook zum Privatsphäreschutz zur Verfügung stellt, wird dafür sogar Verständnis haben. Die Einstellungen finden sich auf über 50 (!) Seiten. Interessante Zitate zum Datenschutzverständlich junger Menschen finden sich übrigens in der Studie „U25“ des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI).

Die beiden aktuellen Studien beinhalten zum Glück aber auch gute Neuigkeiten:

  1. Die größte Gruppe der Internetnutzer (40%) schützt sich ausreichend.
  2. Nicht nur die Jungen halten Datensammlung für ein Freiheitsrisiko. 67 % halten das staatliche Datenausspähen für die größte Gefahr für unsere Freiheit.

Sagte ich, das seine eine gute Nachricht? Es wäre zu schön, um wahr zu sein, wenn endlich ein Ruck durch Deutschland ginge. Aber ich glaube nicht mehr daran.

 

Post von der NSA

Frerk Meyer / CC BY-SA 2.0

Frerk Meyer / CC BY-SA 2.0

Ich habe meine Emailadresse gewechselt. In der Erklärung an meine Mailkontakte schrieb ich, ich wolle die NSA damit ärgern. Eine Mail kam kurz darauf zurück:

Und Du dachtest die NSA haette das nicht schon laengst gewusst?!

Liebe Gruesse,

Deine NSA.

Natürlich war der Absender ein Bekannter, der offenbar nicht verstanden hatte (oder so tat), was ich mit „ärgern“ meine. Ich antwortete ihm:

Liebe NSA,

natürlich kennst du meine neue Mailadresse. Aber bis du alle Daten aus allen Onlinediensten und -netzwerken mit meiner neuen Mailadresse verbunden hast, dauert es seine Zeit. Zeit, die sich deine armseligen Analysten nicht mit Pornobildern aus den Privatarchiven unschuldiger Bürger vertreiben können.

Grüß mir mal den XXXX, falls du ihn siehst / ausspähst.
Michael

Will heißen: Ich weiß, dass ich der NSA nicht entkommen kann. Aber ich kann es den Agenten schwerer machen, sich ein Bild von mir und meinem Leben zu machen. Wechselnde Kontaktdaten sowie die hier vorgestellten Prism-Break-Ansätze helfen dabei, mich zu verstecken und meine Privatsphäre zu schützen.