Linkempfehlungen: Daten für alle!?

https://unsplash.com/@samuelzellerEs erstaunt und erfreut mich, wie viele Initiativen sich mit dem Themen beschäftigten, die auch diesen Blog prägen. Das große gesellschaftliche Echo bleibt bislang zwar noch immer aus, doch je mehr Menschen sich von unterschiedlichen Seiten den Themenbereichen Datensouveränität, Privatsphäreschutz und informationelle Selbstbestimmung nähern, desto wahrscheinlicher wird der breite Diskurs, dessen unser digitales Zeitalter dringend bedarf. Drei Linkempfehlungen zum Wochenende:


1. Impulspapier: Daten und Gesellschaft

Die Politologin Leonie Beining gibt in dem interessanten, aktuellen Impulspapier „Daten & Algorithmen: Der Puls der Gesellschaft“ einen Überblick über den Stand der Diskussion um die Erhebung und Verwertung vom Daten im Netz und fordert zu einer breiten Debatte über den Wert von persönlichen Daten auf. Daten dürften nicht nur Wirtschaftsgut sein, fordert sie in dem Papier, dass sie für ihren Arbeitgeber, den Thinktank „Stiftung Neue Verantwortung„, erstellt hat. Ich stimme der jungen Wissenschaftlerin in vielen Punkten zu und empfehle die Lektüre des 13 Seiten starken PDFs.


2. Interaktives Projekt: Wissen Sie, wer Sie im Netz verfolgt?

Screenshot "Me and my shadow"

Screenshot „Me and my shadow“

In Beinigs Text wird auf das Projekt „Me and my Shadow“ verwiesen, das das Thema „digitale Spuren“ brilliant aufbereitet. Anhand von interaktiven Grafiken, Karten und Videos erfahren Besucher leicht verständlich (sofern sie Englisch verstehen), welche Internetseiten und Dienste sie im Netz verfolgen („tracken“) und wie schnell sie so die Kontrolle über ihre Daten verlieren. Es stehen Materialien für Workshops zu den Themenbereichen zur Verfügung und How-Tos zum sicheren Surfen.
Fasziniert hat mich „Lost in Small Print„, einer Unterseite, auf der Datenschutzbestimmungen populärer Anwendungen auf die wesentlichen Worte reduziert werden. „Me and my shadow“ ist ein Projekt der NGO „Tactical Tech„, einer internationalen Stiftung mit Sitz in Berlin, die sich mit der politischen und gesellschaftlichen Rolle von Technologie in unseren Leben beschäftigt.


3. Daten-Entgiftungskur

Ein Besuch auf deren Homepage lohnt sich ebenso. Dort steht unter anderem „Data Detox“ zum Download bereit, das eine Art „Entgiftungskur“ für unreflektierte Datenweitergabe ist – ein PDF-Kurs, in dem sich die Nutzer über acht Tage mit Fragen zu ihrem Umgang im Netz beschäftigten.

Gratis-Buch zur NSA-Affäre

„Mit unserem Sammelband zum NSA-Überwachungsskandal wollen wir die Debatte weiterführen, die Entwicklungen und Leaks aus verschiedenen Perspektiven und Blickwinkeln national und international reflektieren, was da genau passiert und vor allem: Was daraus zu lernen ist und wie wir unser Netz und unsere Privatsphäre von den Geheimdiensten und der allumfassenden Überwachung unserer digitalen Kommunikation zurückerobern können. Mit Beiträgen von Erik Albers, Markus Beckedahl, Yochai Benkler, Benjamin Bergemann, Kai Biermann, Caspar Bowden, Ian Brown, Andreas Busch, Johannes Caspar, Gabriella Coleman, Kirsten Fiedler, Georg C. F. Greve, Richard Gutjahr, Dirk Heckmann, Arne Hintz, Christian Humborg, Rikke Frank Jørgenson, Jan-Peter Kleinhans, Torsten Kleinz, Constanze Kurz, Daniel Leisegang, Lorenz Matzat, Andre Meister, Erich Moechel, Glyn Moody, Annette Mühlberg, Pranesh Prakash, Frank Rieger, Katitza Rodriguez, Anne Roth, Alexander Sander, Peter Schaar, Bruce Schneier, Edward Snowden, Thomas Stadler, Felix Stalder, Richard Stallman, Moritz Tremmel, Ot van Daalen, Thilo Weichert, Rüdiger Weis, Krystian Woznicki, Jillian C. York und Jérémie Zimmermann.“

Die Herausgeber von „Überwachtes Netz: Edward Snowden und der größte Überwachungsskandal der Geschichte“. Sie sind aktiv bei der Onlineplattform netzpolitik.org, die ich sehr zu besuchen empfehle.

Das Ebook (PDF) ist unter der CC-BY-SA-Lizenz zum Download freigegeben.
Ich verlinke es hier.